Veröffentlicht am 18. Juni 2026

Demokratie braucht Mobile Beratung – und neue, starke Allianzen

Meinungsbeitrag

Offen für Vielfalt e.V. unterstützt die Forderung des Bundesverband Mobile Beratung zu mehr Zusammenhalt.

Zum 25. Jubiläum der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus warnt der Bundesverband Mobile Beratung vor Kürzungen der Demokratiearbeit – und appelliert an Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft, gerade jetzt zusammenzustehen. Vor 25 Jahren – 2001 – ging in Ostdeutschland und Berlin ein einzigartiges Projekt an den Start: die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus. Sie steht Menschen, Organisationen und Institutionen zur Seite, die mit Rechtsextremismus konfrontiert sind und Demokratie verteidigen wollen. Heute sind über 200 Berater*innen in allen 16 Bundesländern im Einsatz – und seit 10 Jahren im Bundesverband Mobile Beratung (BMB) vernetzt.

Doch zum Jubiläum ist den Beratungsstellen nicht nach Feiern zumute: Das Bundesfamilienministerium plant drastische Umbauten bei „Demokratie leben!“, dem BMB und vielen anderen Projekten droht ab 2027 das Aus. Ein Wegfall des Bundesverbandes hieße für die Mobile Beratung vor Ort: keine überregionale Vernetzung mehr, keine Weiterbildungen für Berater*innen, keine bundesweite Expertise für Schulen, zivilgesellschaftliche Bündnisse, Kommunalpolitik und Feuerwehr. Kurzum: weniger Unterstützung für die vielen mutigen Menschen im Land, die für demokratische Werte einstehen. Die geplanten Kürzungen gehen daher nicht nur zulasten der Beratungsstellen: Sie bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Bundesverband fordert eine neue, starke Allianz: breite Bündnisse aus Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft.

Der Bundesverband fordert:

  • Politik und Verwaltung sollten Demokratieprojekte stärken statt schwächen – und deren Förderung dauerhaft absichern.
  • Wirtschaftsunternehmen und -verbände profitieren von einer offenen Gesellschaft und können einen wichtigen Beitrag zu ihrer Stärkung leisten: indem sie demokratische Werte verteidigen, nach innen und nach außen.
  • Stiftungen können sich öffentlich positionieren, wenn Demokratie angegriffen wird, und ihre Förderprogramme für Demokratieprojekte ausbauen – als Investition in die Zukunftsfähigkeit des Landes.
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen haben viel Erfahrung im Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, können ihr Wissen teilen und dabei unterstützen, Strategien zur Stärkung der Demokratie zu entwickeln.

 

Michael Sasse, Vorsitzender von Offen für Vielfalt e.V., ruft zur Unterstützung der Mobilen Beratung auf.

„Demokratische Werte zu verteidigen, funktioniert nicht vom Spielfeldrand aus: Auch die deutsche Wirtschaft muss aktiv mitspielen. Rechtsextremismus vergiftet das Betriebsklima, verschreckt Fachkräfte und bedroht unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer demokratische Werte leben und Hass im Betrieb verhindern will, muss Position beziehen. Haltung zeigen ist unternehmerische Pflicht. Die Mobilen Beratungsteams sind dabei ein unverzichtbarer Partner: Sie helfen, klug und wirksam zu handeln. Ihr Engagement nur zu loben, reicht nicht. Es muss sichtbar und konsequent weiter unterstützt werden.“

 

Mehr Informationen gibt es auf der Website des Bundesverbands Mobilen Beratung.