
Vorstellung der Mitte-Studie: Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland
Offen für Vielfalt e.V. lädt in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Hessen und der Universität Kassel zu Vorstellung der aktuellen Mitte-Studie
Viele Zuschreibungen ranken sich um die „Mitte der Gesellschaft“: Mit ihr gewinne man Wahlen, sie gelte als Rückgrat der Gesellschaft, als werteorientiert und stabil. Gleichzeitig sei die Mitte zunehmend offen für rechtsextreme und antidemokratische Einstellungen. Wir wollen genauer hinschauen:
Am 4. Mai wird die diesjährige Studie Mitte-Studie „Die angespannte Mitte -Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25“ von 18:00 bis 19:30 Uhr auf dem Campus im Gießhaus (Mönchebergstraße 5) vorgestellt und diskutiert. Um eine Anmeldung über die Website der Friedrich-Ebert-Stiftung wird gebeten.
Die sogenannte „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung erscheint alle zwei Jahre und liefert zentrale Erkenntnisse über Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in Deutschland. Die aktuelle Ausgabe beleuchtet ins besondere die zunehmende Normalisierung rechtsextremer Positionen vor dem Hintergrund globaler Krisen und gesellschaftlicher Verunsicherungen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen ein ambivalentes Bild: Zwar ist die Mehrheit der Menschen in Deutschland demokratisch eingestellt und äußert zu gleich große Sorgen über den zunehmenden Rechtsextremismus. Gleichzeitig lassen sich jedoch in Teilen der gesellschaftlichen Mitte wachsende Akzeptanz gegenüber antidemokratischen und menschenfeindlichen Aussagen beobachten.
Schwerpunkt: Die Studie wird von Prof. Dr. Claudia Neu vorgestellt. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt zur Mitte-Studie liegt auf den Themen Raum, Daseinsvorsorge und Demokratie. Sie betrachtet das Zusammenspiel von Region, subjektive und objektive Lebensqualität durch Daseinsfürsorge und Demokratiezugewandtheit.
Prof. Dr. Sonja Buckel, Vizepräsidentin der Universität Kassel, begrüßt die Vorstellung der Mitte-Studie an der Universität Kassel: „Die Kooperation zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politischer Bildung ist bedeutsam, um sich antidemokratischen Angriffen entgegenzustellen. Die Universität Kassel versteht sich als Raum für Diskussion und Austausch, deshalb findet die Veranstaltung auf dem Campus statt,“, so Vizepräsidentin Prof. Buckel.
„Die aktuellen Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Mitte durch den Rechtsextremismus bedroht fühlt. Gleichzeitig steht sie unter Druck. Sie muss den Rechtsextremismus von außen und innen abwehren, ohne die Demokratie durch autoritäre Ansätze zu gefährden. Mit Veranstaltungen wie diesen und weiteren politischen Bildungsangeboten setzen wir genau da an, damit die Mitte handlungsfähig und im demokratischen Diskurs bleibt“, so Sarah Steck für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Hessen.
„Dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland bereit sind, aktiv gegen Rechtsextremismus vorzugehen und Verantwortung für unsere demokratische Gesellschaft zu übernehmen, ist ein ermutigendes Signal. Es zeigt, dass Engagement und Haltung in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind – und genau daran wollen wir mit unserer Veranstaltung anknüpfen und Räume für Austausch und gemeinsames Handeln stärken“, so Referentin Johanna Kindler für Offen für Vielfalt e.V.
Im Anschluss an den Vortrag wird die Diskussion im Rahmen eines Podiumsgesprächs vertieft. Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis der Daseinsvorsorge sowie der Zivilgesellschaft bringen ihre Perspektiven ein. Unsere Gäste sind:
- Silke Jordan vom Verein Wesertal ist bunt e.V. Die Wesertalerin wurde 2024 vom Hessischen Heimatministerium als Landheldin für ihr Engagement geehrt. Jordan engagiert sich seit vielen Jahren für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Gieselwerder.
- Prof. Claudia Neu ist seit September 2016 Inhaberin des Lehrstuhls Soziologie ländlicher Räume an den Universitäten Göttingen und Kassel. Aktuell beschäftigt sie sich mit den Themen Demographischer Wandel, Zivilgesellschaft sowie Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen. Für die Mitte-Studie schrieb sie das Kapitel „Raum, Daseinsfürsorge und Demokratie“.
- Ute Orgir ist Leiterin der Unternehmenskommunikation der Kasseler Verkehrs- und Versorgung-GmbH. Die KVV gewährleisten die sichere Versorgung mit Energie, Wärme, Wasser, Kommunikation und Mobilität und verbinden sie mit engagiertem Klimaschutz und nachhaltigem Wirtschaften. Zum Wohl der Menschen in Kassel und der Region. Die KVV ist Kooperationspartner der Demokratie Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“.
Im Anschluss gibt es Raum für Austausch über die Ergebnisse. Um eine Anmeldung wird gebeten.
