
„Europa muss sich selbst verteidigen“
Für eine deutlich entschlossenere Unterstützung der Ukraine hat sich der CDU-Sicherheits- und Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter beim Online-Morning Briefing (23.02.2026) der Demokratie-Initiative Offen für Vielfalt e.V. ausgesprochen. Anlässlich des vierten Jahrestags des Überfalls auf die Ukraine forderte Kiesewetter auch die Lieferung des Waffensystems Taurus, ein Raketensystem mit einer Reichweite von über 500 Kilometern. Russland muss besiegt und aus der Ukraine zurückgedrängt werden, erklärte Kiesewetter: „Die Ukrainerinnen und Ukrainer stützen seit 4 Jahren alleine die europäische Sicherheit. Die Ukraine macht Europa stärker – machen wir die Ukraine stärker und liefern endlich alles, was möglich ist, auch Taurus!“ Als Gast ihres traditionellen Formats „Morning-Briefing“ konnte die Initiative den Bundestagsabgeordneten, der im Auswärtigen Ausschuss tätig ist und die Entwicklungen rund um den russischen Angriffskrieg seit Beginn intensiv begleitet, begrüßen. Das Format, das mehrmals im Jahr stattfindet, bietet Raum für fundierte Einordnung, offene Diskussion und persönliche Einschätzungen von Experten aus erster Hand.
Europa in der Verantwortung
In seinem Eingangsstatement zeichnete Kiesewetter ein klares Bild der aktuellen geopolitischen Lage. Er betonte, dass Europa sicherheitspolitisch stärker in die Eigenverantwortung gehen müsse. Zu lange habe man auf Impulse aus den USA gewartet. Die Vereinigten Staaten zögen sich zunehmend aus der konventionellen Verteidigung Europas zurück – eine Entwicklung, die strategische Konsequenzen habe. Die konventionelle Verteidigung Europas ist künftig unsere eigene Aufgabe, so Kiesewetter. Seine Botschaft war deutlich: Europa müsse verteidigungsfähiger, entschlossener und strategisch geschlossener auftreten.
Putin will Instabilität
Mit Blick auf die laufenden diplomatischen Bemühungen machte Kiesewetter klar, dass Gebietsabtretungen der Ukraine kein tragfähiger Weg zu einem gerechten Frieden seien. Ein solcher Schritt würde nicht nur hunderttausende Menschen betreffen, sondern auch langfristig Instabilität fördern und neue Flüchtlingsströme nach Westeuropa verursachen. Weitere auch politische Instabilität zu verursachen, sei das strategische Ziel Putins. Die militärische Lage bleibe derweil dynamisch: Während in einigen Regionen weiterhin intensiv gekämpft werde, könne die Ukraine andernorts Geländegewinne verzeichnen. Militärische und diplomatische Entwicklungen verliefen parallel – eine Phase hoher strategischer Bedeutung.
Für die hessische Demokratie-Initiative ist klar: „Wir dürfen die Ukraine nicht länger im Kalten sitzen lassen. Sie braucht keine warmen Worte, sondern unser entschlossenes Handeln. Europa und Deutschland müssen der Ukraine die Unterstützung geben, die sie verdient – ohne Wenn und Aber“, erklärte Vorsitzender Michael Sasse. Die evangelische Landesbischöfin in Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, erklärte zu Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine: „Vier Jahre Krieg in der Ukraine, vier Jahre Angst, Gewalt, Zerstörung, Tod. Wir geben die Hoffnung nicht auf und bleiben mit den Menschen in der Ukraine verbunden. Wir halten an der Sehnsucht nach Frieden und Demokratie fest.”