
Bertha Katz lebte bis 1941 in der Goethestraße. Wir erinnern uns an sie.
Besucher*innen unseres Demokratie-Ladens in der Goethestraße 77 kommen vermutlich am Stolperstein von Bertha Katz vorbei. Darauf stehen die Worte: „Gedemütigt / Entrechtet / Flucht in den Tod“.
Heute, am Holocaust Remembrance Day (27. Januar), hat Offen für Vielfalt e.V. Lichter für Bertha Katz angezündet und ihren Stolperstein gereinigt.
Bertha Katz erlebte, wie immer mehr Jüdinnen*Juden zwangsweise in das Haus in der damaligen Kaiserstraße (heute Goethestraße) eingewiesen wurden. Solche „Judenhäuser“ waren im Nationalsozialismus Zwangsunterkünfte. Sie dienten der Ausgrenzung, Kontrolle und Entrechtung und waren für viele Menschen die letzte Station vor der Deportation und Ermordung.
21 Menschen aus der damaligen Kaiserstraße wurden Opfer des Völkermords. Sie starben unter anderem in Buchenwald, Auschwitz, Riga, Minsk, Sobibor, Theresienstadt oder Sachsenhausen.
Bertha Katz wurde nicht deportiert. Doch auch sie war entrechtet: Ab dem 10. November 1939 durfte sie nicht mehr frei über ihr Vermögen verfügen. Am 25. April 1941 nahm sich Bertha Katz das Leben. In der Sterbeurkunde heißt es: „Selbstmord durch Einnahme von Veronaltabletten. Motiv: Lebensüberdruss.“