Veröffentlicht am 19. Januar 2026

Sicher und souverän im Kommunalwahlkampf!

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Das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Offen für Vielfalt e.V. luden zum Workshop für Wahlkämpfende.

Über Parteigrenzen hinweg herrschte am vergangenen Freitag, dem 16. Januar, eine ausgesprochen positive und offene Atmosphäre. Darin waren sich die Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Volt einig. Mehr als zwanzig Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker – sowie jene, die sich künftig ein kommunalpolitisches Engagement vorstellen können – waren der Einladung gefolgt. Die Teilnehmenden kandidieren für den Ortsbeirat, für ein Gemeindeparlament oder für die Stadtverordnetenversammlung.

Zum Workshop „Sicher und souverän im Kommunalwahlkampf“ hatten der Verein Offen für Vielfalt e.V. gemeinsam mit dem Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmenden praxisnahe Strategien an die Hand zu geben, um mit herausfordernden und oder gar bedrohlichen Situationen im Wahlkampf umzugehen.

Erfahrungsaustausch stand im Vordergrund

„Mir macht vor allem die aufgeladene Stimmung am Wahlkampfstand Sorgen. Ich möchte lernen, wie man deeskalierend reagiert“, schilderte ein Teilnehmer seine Motivation. Diese Sorge teilen viele: Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer sehen sich zunehmend mit Anfeindungen, Hass und Einschüchterungsversuchen konfrontiert. Ein Wahlkampf alleine sei unter diesen Bedingungen kaum noch möglich, darin waren sich viele Teilnehmende einig. „Ich plakatiere nur noch in einer Gruppe von zwei bis drei Personen, nachdem mich jemand auf der Leiter angegangen ist“, so eine andere Teilnehmerin.

Dass diese Befürchtungen nicht unbegründet sind, zeigen auch die Zahlen: Mehr als 60 Prozent der ehrenamtlich engagierten Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker haben bereits Erfahrungen mit Hass und Hetze am Wahlkampfstand gemacht. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung.

Im Workshop stellte das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus verschiedene Handlungsoptionen und Präventionsansätze vor. In einem offenen und vertrauensvollen Rahmen konnten die Teilnehmenden eigene Erfahrungen teilen, konkrete Situationen analysieren und gemeinsam mögliche Vorgehensweisen diskutieren. Der Austausch über Parteigrenzen hinweg wurde dabei als besonders bereichernd wahrgenommen.

Ehrenamtliches Engagement elementar für Demokratie

Am Ende des Abends waren sich alle einig: Der Ton im Wahlkampf ist rauer geworden – doch gerade deshalb ist das Engagement im demokratischen System unverzichtbar. Der Workshop hat nicht nur Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen vermittelt, sondern auch gezeigt, wie wertvoll solidarischer, überparteilicher Austausch für eine lebendige und wehrhafte Demokratie ist.

Den Engagierten im Wahlkampf wünschen wir für Ihre Wahl viel Erfolg!